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raspberry pi and more

IpBike Review

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IpBike ist eine Fahrrad-App für Android Smartphones. Hier findet Ihr meine Eindrücke.

Bisher habe ich seit ca. 10.000km Runtastic für das Rennrad fahren genutzt. Meine Eindrücke findet ihr hier.

Nun habe ich mir den Wahoo RPM II Trittfrequenzsensor zugelegt und war der Meinung das er mit Runtastic kompatibel ist, was leider nicht der Fall ist. Somit habe ich mich nochmals nach einer anderen Bike-App umgeschaut und leider nichts Vernünftiges gefunden. Insgesamt war ich ja mit Runtastic ganz zufrieden, leider kommen da keine Features mehr hinzu, die das Produkt richtig rund machen.

Ich bin dann auf IpBike gestoßen und was soll ich sagen: Der Hammer.
Hier hat man den Eindruck: Von Bikern für Biker entwickelt.
Vorab: Es ist keine App, die ihr mal schnell runterladet und losfahrt, sondern ihr müsst Euch schon ein paar Stunden mit der App beschäftigen, aber wenn sie mal richtig konfiguriert ist bleiben keine Wünsche mehr offen.

Die App gibt es kostenlos bei Google Play. Sie ist für ca. 2000km kostenlos, danach müsst ihr die App IpBikeKey für 6,99€ kaufen, die einen Lizenzschlüssel für IpBike darstellt. Faire Geschichte, ich habe den Key natürlich gekauft; Gute Arbeit muss belohnt werden.

Bei IpBike muss bei Nutzung von externen Sensoren noch eine zweite App IpSensorMan installiert werden, die die Verbindung zu den Sensoren realisiert. Die App ist allerdings auf den Übertragungsstandard ANT+ fokussiert, den nur wenige Smartphones (Sony, Samsung) unterstützen und mein altes, gaggeliges Nexus 4 erst recht nicht, d.h. Ich kann meinen Polar H7 Brustgurt und den Wahoo RPM eigentlich nicht anschließen. Allerdings gibt es eine Beta-Version dieser App die Bluetooth Low Energie (BLE) und damit die Sensoren unterstützt. Hier könnt ihr euch als Tester dieser App anmelden und erhaltet dann ein Update der App IpSensorMan über Google Play mit BLE-Support. Hilfe dazu erhaltet Ihr hier.

Nun zur App. Folgende Features schätze ich sehr:

  • Displayanzeige: Anzeigenfelder können mehrere Werte darstellen, die alternierend angezeigt werden. Dadurch kann man eine Fülle von Werten anzeigen, ohne dass das Display überladen wirkt. Bei mir werden ca. 20 Werte angezeigt. Die Darstellung ist vielleicht nicht ganz so professionell wie in Runtastic oder Strava, dafür hochkonfigurierbar.
  • Tastenzuordnung: Wer mit Handschuhen (gerade im Winter) fährt kennt das Problem: Die Bedienung des Smartphones ist fast unmöglich. Bei IpBike lassen sich Bedienungen auf Tasten legen. Hier sind natürlich Volume Up/Down zu nennen. Es können einfache Tastendrücke sowie lang/Doppeldruck konfiguriert werden. Ich habe sie mit Start/Stop und Anzeigenwechsel belegt.
  • Routen: Routenfunktion ist auf Dateiebene vorhanden. Man kann über einen Dateimanager gpx-Dateien importieren, die dann in der Karte angezeigt werden. Navigation ist nicht vorhanden, halte ich aber auch mittlerweile für nicht wichtig. Meine Strecken plane ich auf gpsies.com. Hierfür gibt es die App gpsies, über die die Routen herunterladen und dann direkt an IpBike gesendet werden können.
  • Upload zu Sportportalen: Hinter IpBike steckt kein Sportportal. Die Daten werden somit nur lokal auf dem Handy gespeichert. Es besteht allerdings die Möglichkeit eines Uploads auf diverse Sportportale wie z.b. Strava. Von dort aus kann man die Daten – wenn gewünscht – weiter verteilen. Hierzu nutze ich die App SyncMyTracks.
  • Kartenausrichtung: Die Karte kann in Fahrtrichtung ausgerichtet werden. Das war unter Runtastic (in der Android-Version) nicht möglich und ist mir persönlich sehr wichtig (komischerweise geht’s unter iOS).
  • Automatische Erkennung von Sensoren: Falls ein Sensor nicht aktiv/angeschlossen ist, wird das entsprechende Anzeigenfeld automatisch nicht angezeigt.
  • Beliebig viele Displays: Es lassen sich mehrere Anzeigen (Screens) definieren und während der Fahrt zwischen den Anzeigen umschalten. Mir langen allerdings zwei Displays: Ein Display mit all „meinen“ Werten sowie ein Display fast ohne Werte und damit viel Platz für die Kartendarstellung.
  • Autostart: Automatischer Aufzeichnungsstart nach einer konfigurierbaren Zeit/Distanz. Optimal im Winter: Die Handschuhe könnt Ihr damit schon im Haus anziehen.
  • Automatische Raderkennung: Es können mehrere Räder verwaltet werden die z.B. über den Trittfrequenzsensor automatisch erkannt werden.
  • Offline-Karten: Es können relativ einfach Offline-Karten basierend auf OSM auf dem Handy abgelegt werden, die dann in der Kartendarstellung genutzt werden. Sie können von download.mapsforge.org heruntergeladen werden. Schont das Datenvolumen. Alternativ ist der Standardsatz von Online-Karten verfügbar (Google, OSM, usw.).
  • Die Qualität der aufgezeichneten Daten entspricht denen anderer Sporttracker.
  • Akkuverbrauch ist akzeptabel (mit Offlinedateien) und ca. 10% geringer als Runtastic. Mit dem Nexus 4 erreiche ich drei bis vier Stunden. Mittlerweile habe ich auf meinem Handy aufgeräumt und allen Quatsch den ich nicht brauche deinstalliert bzw. deaktiviert (Hangouts, google+ usw.) und komme nun an 5 Stunden ran.
  • Bisher ist die App noch nie abgestürzt. Alle Fahrten enthielten plausible Werte. GPS und alle Sensoren arbeiten sehr stabil.
  • Es ist sinnvoll, sich die Anleitung/Hilfe durchzulesen. Sie ist knapp gehalten, aber ausreichend.
  • Nettes Gimmick „Estimated Gearing“: IpBike errechnet den Gang und die Anzahl der Schaltvorgänge aus der Trittfrequenz und der Geschwindigkeit. Funktioniert sogar recht gut. Manchmal “verrechnet“ er sich mit dem großen und kleinen Kurbelblatt weil die Gänge doch recht ähnlich sind, aber zu 90% stimmt es. Die Anzeige ist allerdings ein wenig verzögert, da man natürlich erst ein wenig in einem Gang gefahren sein muss bis IpBike valide Daten zur Berechnung hat.
  • Der Entwickler (Ifor Powell) hat ein offenes Ohr für Wünsche und entwickelt die App ständig weiter.

Einen Negativ-Punkt habe ich aber doch: Wetterdaten (Temperatur, Wind) werden nicht erfasst.

Anbei noch ein Bild der App.

HalterIpBike

Folgende Werte lasse ich mir anzeigen:

Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Leistung, Puls, Strecke, Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung, Bewegungszeit, maximale Geschwindigkeit, Gesamtzeit, gesamte Durchschnittgeschwindigkeit, Uhrzeit, Pace, Gang vorne, Schaltanzahl vorne, Gang hinten, Schaltanzahl hinten, Steigung, Steiggeschwindigkeit, Höhenmeter Bergauf, Höhenmeter Bergab, Höhe, Durchschnitt Steigung sowie noch den Kartenausschnitt. Des war’s.

Ihr merkt schon: Touren unter 1 Stunde gibt’s nicht mehr. So lange braucht man nämlich zum Lesen aller Werte…

 

Fazit: Braucht man so eine App? Nein, … aber geil ist’s schon

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